KARTE


Atlantik Überquerung 2012 -2013 auf einer größeren Karte anzeigen

Sonntag, 8. Mai 2011

Samstag 07. Mai

Samstag 07. Mai
So, heute schreib ich (Nicky) mal ein bisschen Text. Mal schauen was mir so einfällt – weil, es passiert hier nicht wirklich viel. Wir schieben abwechselnd Nachtwache, stehen auf, essen was, trinken was, dösen in den Tag, gucken ob Düse ein Fisch fängt, gucken wie die langen Wellen uns schaukeln und wohin der Wind uns trägt – dann essen wir wieder was, schlafen ein wenig und alles geht mit der Nachtwache wieder von vorn los.
Heute ist eigentlich der erste Tag, den ich ab der Nachmittagssonne genießen kann – denn was mein Vorschreiberling höflicherweise verschwiegen hat ist, dass ausgerechnet mir tagelang kotzübel war und ich 2x das Deck… nun ja – ihr wisst schon – unschöne Sache! Leider hast du, mein lieber Stefan, vergessen dem Düse etwas gegen Übelkeit einzupacken! Trotzdem ein lieben Gruß an dieser Stelle 
Jetzt wo es mir wieder besser geht, dachte ich mir, ich schreib mal wie´s hier ist – so weit draußen auf dem Meer. Nun, es ist…wie soll ich das sagen – weit. Man kann die Weite nicht wirklich in Worte fassen – rund um uns rum, soweit das Auge reicht - Wasser – sehr lange, gleichmäßige mal mehr mal weniger flache Wellen. Das Meer hat eine recht eigentümliche Farbe, ganz anders als wie ich es sonst kenne – es hat ein sehr sattes und undurchdringliches Blau, nichts wässriges oder klares – eher wie flüssige Ölfarbe in einem reinem RAL-Ton Marineblau. Die tiefste Stelle unserer Fahrt haben wir schon hinter uns – 7000 m – irre oder? Ich denke, damit hat sich die Frage ob wir nachts ankern auch erledigt *grins*. Wir segeln natürlich Tag und Nacht durch. Meistens haben wir so zwischen 2500 und 5000 m unter uns. Jetzt geht am Horizont wieder blutrot die Sonne unter – die Zeit wo alle an Bord am muntersten sind weil die Sonne nicht mehr so heiß und das Abendessen nicht mehr weit ist.
Heute Nacht hab ich mit Reinhard wieder Nachtwache, von 03:00-7:00 Uhr, nach Düse und Micha. Ein wunderbarer Sternenhimmel und viele Sternenschnuppen warten wieder auf uns – Chrischelbär, ich kann immer noch nicht glauben, dass du noch nie eine gesehen hast! Hier liegt der Mond übrigens als ganz dünne Sichel auf dem Rücken und geht irgendwann wie die Sonne im Meer unter – wirklich schön! Grad wird die Welle etwas höher und das Boot schwingt in der langen Dünung mit, es ist ein weiches, ganz unaufgeregtes Schaukeln das einen ziemlich drömilig macht.
Angst hat hier übrigens keiner – weder am Anfang als wir eine sehr hohe, unruhige See hatten und wir stramm am Wind durch den Regen pflügten, noch jetzt wo uns seit Tagen nichts als Wasser umgibt.
Jetzt gerade geht die Sonne unter, Düse zubbelt mit dem letzten Funken Hoffnung auf einen Fisch an der Angel, Reinhard und Micha gucken verträumt auf den Horizont, Rolf werkelt in der Küche und ich tippe euch diese Zeilen.
Noch ein paar Infos zur Lage: Haben bis zu unserem ersten Zielhafen La Horta auf der Insel Faial (Azoren) noch 1.843 von 2.250 sm vor uns.
Unsere Position um 19:40 Uhr : 20°53,8N 57°53,5W

Freitag 06. Mai 2011

Bis zum Vormittag noch schöner Wind aus nordwestlicher Richtung, ab Mittag dreht der Wind gegen Nord und schläft dann fast gänzlich ein. Also weiter unter Maschine.
Bernd kümmert sich um die Angelei, aber welchen Köder er auch ausprobiert, das Angelglück lässt uns im Moment im Stich. Also heute keinen Fisch sondern Sauerkraut mit Würstchen zum Abendessen. Nach der Eingewöhnung an das Bordleben entwickeln wir erstaunlichen Hunger, sogar Nicky braucht jedes Mal einen Nachschlag, während Michael schon anfängt von einem gr0ßen Steak zu träumen.
Rolf übt auf seiner Gitarre, schon erstaunlich mit welcher Leichtigkeit die Seemannshände diese Melodien hervorholen.
Am späteren Nachmittag dreht der Wind auf NNO sodass wir wieder unter Segeln in östliche Richtung abfallen können.
Der geringe Wind gibt ausgiebig Gelegenheit den grandiosen Nachthimmel zu bestaunen. Langsam ziehen die Sterne über uns hinweg bis schließlich die Milchstraße mitten über uns steht. An Backbord zieht in 3-4 sm Entfernung langsam der Lichtschein von 2 Entgegenkommern vorbei.
Unsere Position um 19:40 Uhr : 19°43,5N 58°55,3W

Freitag, 6. Mai 2011

Donnerstag 05. Mai


Der Fisch vom Abend wirkt noch nach, deshalb am Morgens nur ein kleines Frühstück mit Cracker und Kaffee. Sogar für eine prima Pastasauce hat der „halbe“ Fisch vom Vortag noch gereicht.
Der Wind macht wenig Freude, zu schwach und aus Nord-Ost, also fast von vorn. Erst am Nachmittag haben wir den richtigen gefunden, oder er uns? Kommt jedenfalls aus NNW mit 15kn und zieht uns unter vollen Segeln auf dem idealen Kurs entspannt durch die sanfte Atlantikdünung in die Nacht.
Bis auf einen zu kurzen Biss in den Gummiköder gab es keine weiteren Vorkommnisse, hoffentlich reichen die Köder bis zum Ende der Fahrt.
Unsere Position um 18:30 Uhr   :   18°47,5N  60°53,6W


Mittwoch 04. Mai

Mittwoch 04. Mai
Nachdem der Skipper morgens nochmal Brot von Land geholt hat, gings dann endlich los in Richtung Azoren. Erst mal in kleinen Schritten, 2h unter Motor Richtung Ost damit wir von Antigua freikommen. Danach unter Segel nach Norden, knapp vorbei an Barbuda.
Angeltechnisch ein denkwürdiger Tag, vormittags einen 60 cm Fisch, ähnlich einem Baracuda, am Nachmittag nur einen halben Tunfisch.!!!! Hatte sich doch ein Hai an unserem Fang gütlich getan  und uns nur den halben Fisch am Haken gelassen…
Am Abend wieder ein kapitaler Biss, die Angelschnur zum Zerreisen gespannt, minutenlang gekurbelt und plötzlich ging es ganz leicht. Hatten wir doch schon wieder einen Hai an unserer Mahlzeit. Der Rest hat aber doch noch für ein vorzügliches Essen gereicht. Danach Wacheinteilung und ab in die Nacht. Der Wind hat immer weiter nach Nord gedreht, sodass wir um 3:00 Uhr auf den anderen Bug gewendet haben und jetzt mit Kurs 90° Richtung Europa unterwegs sind.
PS: Nach 2 Haiattacken auf unseren Fang war der Wunsch mal zwischendurch einen Badestop einzulegen schlagartig wie weggeblasen.
Unsere Position um 18:45 Uhr    :    17° 43,5N  61°44,6W


Donnerstag, 5. Mai 2011

Dienstag 03 Mai 2011

Dienstag 03. Mai
Die Nacht war recht ruhig und der Sternenhimmel klasse. Um 19:00 Uhr wird’s hier schon dunkel aber nicht kühler – morgens um 6:00 Uhr ist die Nacht vorbei – spätestens um 8:00 Uhr – aber länger hält man es auch eh nicht in der Koje nicht aus.
Von Bord aus konnten wir die Dreharbeiten zu „Mord in der Karibik“ beobachten – wird wohl nix was man sich ansehen muss *grins*
Das  Segeln gestaltete sich gestern etwas anstrengend, dauernd drehende Winde und Wellen aus allen Richtungen machten  das Ganze recht unruhig – aber wir hielten uns wacker. Schließlich konnten wir Antigua zu passieren, sodass wir um ca. 19:30 Uhr nach 48 sm  in der Bucht „English Harbour“ vor Anker gingen – zwei Dosen Ravioli, Brot und ein wenig Rotwein und ab ins Bett. Für lange Zeit die letzte Nacht mit Landkontakt.




Mittwoch, 4. Mai 2011

Montag 2.5.2011

Ahoi ihr Daheim, die gespannt unser Abenteuer verfolgen wollen.
Wir, das Atlantik-Team,  sind auf dem Foto von unten links: Bernd, Skipper Rolf, Nicky, Reinhard und Michael.
Nach problemloser Anreise am 30.04.2011 sind wir schließlich in Pointe a Pitre auf Guadeloupe an Bord der  SY-Orpheus  gegangen.  Am folgenden Tag, den 01. Mai, haben wir schon den ersten Probeschlag von 45 sm nach La Barque unternommen. Heute am 02. Mai sind wir nach Deshaies auf Guadeloupe gesegelt und haben die letzten  Vorräte gebunkert.
Die letzten Tage haben wir damit verbracht uns zu beschnuppern, einen riesen Delfin zu bestaunen, frisch gefangenen Thunfisch (siehe zweites Bild) zu verspeisen und die  Vorräte zu überprüfen. Wenn jetzt noch das Wetter etwas besser wäre – wäre alles perfekt!
Dieses schwankt nämlich mächtig zwischen Flaute und Sturmböen, Sonne und Regen, das Ganze bei ca. 30°C macht eine nette Luftfeuchtigkeit! Das Wetter für die nächsten Tage verspricht leichte östliche Winde und Regen, sodass wir uns zunächst nach Antigua vortasten wollen und kurzfristig entscheiden ob wir den großen Schlag beginnen oder noch einen  Badetag einlegen.
Die Satellitenverbindung für die Datenübertragung ist leider Glücksache weswegen es vermutlich immer mal zu Verzögerungen kommen kann. Also keine Panik wenn nicht jeden Tag was Neues von uns zu lesen ist!